In Chicago hat die Technik einen Meilenstein in Richtung künstliche Intelligenz gelegt: In einer Quizshow wurde folgendes Experiment durchgeführt: Zwei Champions dieser Sendung traten im direkten Vergleich mit einem Computer an und mussten Fragen beantworten.

Wie funktioniert dieser Supercomputer?

Vier Jahre lang hatten Ingenieure des US-Computerkonzerns IBM an der Maschine gearbeitet, die nach dem Unternehmensgründer Thomas Watson benannt ist. Mit einer komplizierten Formel sucht Watson blitzschnell seine Datenbank (Wikipedia, Bücher, und viele andere Medien sind enthalten) ab und sortiert die Antworten nach ihrer wahrscheinlichen Richtigkeit. Mit dem Internet ist er dabei nicht verbunden. Bei dem sprachgestützten Spiel “Jeopardy” ist die Lage komplizierter als etwa bei einem Schachcomputer wie “Deep Blue”, der im Jahr 1997 den Schachweltmeister Garri Kasparow besiegt hatte.

Viele Skeptiker fragten sich: Kann eine programmierte Maschine auf verschieden formulierte Fragen präzise Antworten liefern? Die Antwort war beeindruckend: In der zweiten Runde des Wissenspiels beantwortete Watson von 30 Fragen stolze 24 korrekt. Und seine menschlichen Rivalen konnten ihm dabei nicht ansatzweise das Wasser reichen: Jennings konnte nur drei Fragen korrekt beantworten, Rutter zwei. Watson gewann 35.734 Dollar, Rutter 10.400 und Jennings 4000.

Beim ersten Zusammentreffen am Montag hatte Watson seine leibhaftigen Konkurrenten zunächst ebenfalls abgehängt, dann konnte Rutter jedoch aufholen und erhielt am Ende ebenso wie Watson 5000 Dollar Preisgeld. Jennings gewann 2000 Dollar.

Alle waren nun von diesem Experiment überzeigt, auch die beiden leibhaftigen Kandidaten. So äußerte sich Champions Jennings über den innovativen Computer: “Ich verneige mich vor dem neuen Meister.” Watson trat in Form eines Bildschirms, auf dem verschiedenfarbige Bilder zu erkennen waren. Er sprach mit einer künstlichen Stimme.

Der Moderator fasste ein treffendes Resümee: “”Watson ist schnell, weiß viele Dinge und kann ein Spiel wirklich beherrschen.”

Auch die schärfsten Kritiker müssen einsehen: Die modernen Computer drohen die menschliche Intelligenz zu überholen. Die kontroverse Frage, die sich dabei stellt: Ist das bedrohlich, oder kann man sich darüber freuen?

6 Kommentare

  1. Marcus Riemer sagt:

    Sorry, aber das Fazit ist schlicht falsch! “Bewiesen” wurde garnichts. Das was IBM mit Watson geleistet hat ist ohne Frage beindruckend, hat aber mit “Intelligenz” im menschlichen Sinne nichts (!) zu tun. Watson spielt ausserordentlich gut Jeopardy, sonst nichts.

    Die Situation ist eigentlich die Gleiche wie damals, als Deep Thought Kasparov beim Schach geschlagen hat. Beides war nichts weiter als das Ergebnis purer Rechenkraft. Und das der Computer bei spezifischen Aufgaben schneller rechnet als ein Mensch, ist wahrhaftig keine Neuigkeit.

    Wenn euch beim Pressident das Thema wirklich interessiert, euer letztes Heft arbeitete ja auch schon in die Richtung, kann ich gerne mal bei euch vorbeischauen und ein wenig was zum Stand der KI Forschung erklären. Das ist absolut ernst gemeint, das Thema ist viel zu spannend (und wichtig) um es beiseite zu wischen ;)

  2. Das ist ein interessantes Thema, aber Watson ist m.E. eher ein “Fachidiot”, der nur dieses eine Spiel gut kann. Natürlich kann er auch Sprache “verstehen” und mit Sprache antworten – beeindruckend, aber würde er in einem normalen Gespräch mit uns “intelligent” erscheinen? Einen gewissen intelligenten Eindruck machte auch schon Eliza von Joseph Weizenbaum (1966!):
    http://www.med-ai.com/models/eliza.html.de
    aber ist das alles?

  3. Okay, ich gestehe ein, dass ich auf diesem Gebiet noch ein Laie bin und inhaltlich wahrscheinlich vieles zu verbessern war.

    Mein Ziel war lediglich, dieses beeindrickende wie ich fande Ereigniss zu dokumentieren. Und ich finde auch wenn es noch nichts Überdimensiniertes ist trotzdem eine tolle Leistung.

    Ich bin aber sehr offen für genauere Erklärungen! ^^ ;D

  4. Pingback: Pressident | Online-Schülerzeitung der THS Pinneberg » Blog Archive » Wozu lernen, wenn es alles schon online gibt?

  5. Bemerkenswerter Beitrag. Allerdings will ich betonen, dass man sich nicht immer auf die Einfachheit der Dinge verlassen sollte. Bodenständigkeit ist oft eine Tugend.

  6. Krasser Einfall. Jedoch man muss auch sehen, dass Dinge nicht jedes Mal so simpel sind. Bodenständigkeit ist oft besser als Wolkenkuckungsheime. Alle Liebe und gute Informationen zu Multicopter Versicherung bei https://quadrocopterversicherung.com

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