Graffiti können Bilder, Schriftzüge oder andere Zeichen sein, die mit vielen verschiedenen Techniken auf Oberflächen in der Öffentlichkeit oder auch im privaten Raum kreiert wurden.


Oftmals entstehen Graffiti ohne Genehmigung und werden daher von vielen Menschen als Schmiererei und Vandalismus¹ angesehen.  Folglich haben viele Städte und Gemeinden zahlreiche Maßnahmen um illegales Graffiti zu verhindern. Diese reichen von Besitzverbot der Werkzeuge bis zur gesetzlichen Bestrafung. Allerdings gibt es auch eine positive Maßnahme für Graffitikünstler. Viele Städte bieten den Sprayern freigegebene Flächen um die legalen Graffiti zu fördern und die illegalen so zu vermeiden.

Die ersten Graffiti entstanden im Alten Ägypten um etwa 2707 v. Chr. und bestehen aus gekratzten Inschriften in Gräbern, auf Tempeln, Felsen und Statuen. Thematisch waren sie damals im religiösen Bereich angesiedelt und vermittelten Gebete, Segenswünsche und Götterverehrungen. Früher wurde Graffiti jedoch nicht als Vandalismus angesehen und findet sich daher auch an den römischen Gladiatorenkampfstadien, in Gasthäusern und bei den Wikingern. Auch das Verewigen an heiligen Plätzen und in Kirchen wurde von vielen Menschen praktiziert und ist heutzutage allerdings verboten. Das erste illegale Graffiti. wie wir es heute kennen, entstand in den 1830-er Jahren in Paris und wurde von Straßenjungen angebracht. Später sprang diese Form der Kunst auch zu Studenten und Gelehrten, wie Archäologen und Forscher über. Die zahlreichen Graffiti geben uns Einblick über den Alltag der Menschen in vergangenen Zeiten und sind somit ein wichtiges Stück Geschichte. Bis heute haben sich die Graffiti immer weiter ausgebreitet und befinden sich mittlerweile überall, wo die Sprayer irgendwie ankommen können und freie Fläche finden. Im Laufe der Zeit entwickelten sich viele verschiedene Techniken und auch eine „Graffiti – Sprache“, der so genannte „Graffiti – Jargon“.

Das Style – Writting, bei der das Bild aus Buchstaben und Zahlen besteht, ist die weit verbreitetste Form von Graffiti. Sie wird in verschiedenen Unterformen mit unterschiedlichen Absichten und Motiven eingesetzt.
Das Style – Writing wird zum Beispiel beim Ganggraffiti als Markierung des Reviers einer Gang angewendet und dient also als eine Art der Kommunikation. Das Übersprühen von Schriftzügen anderer Gangs oder das Sprühen in einem fremden Revier wird als Provokation angesehen und daher teilweise zum Anstiften von Bandenkriegen eingesetzt. Die Graffiti sind oftmals in extremer Höhe angebracht und bestehen überwiegend aus Frakturschrift. Eine weitere Art des Graffiti ohne künstlerische Absichten sind die Ultras-Graffiti, die eine Form der Verewigung darstellen.

Eine geschichtliche Form des Graffiti ist das Zinken, welches Geheimzeichen von Dieben und Landstreichern darstellt. Diese Zeichen stellten eine Art Kommunikation zwischen ihnen dar und informieren über die jeweilige Situation des „Einbruchsortes“.
Es gibt jedoch andere Formen, die extreme vandalistische Züge aufweisen. Das Scratching ist eine eher agressivere Form des Graffiti, bei dem mit einem harten Gegenstand in die Oberfläche gekratzt wird. Die gefährlichste Art von Graffiti ist das Echting (Ätzen), bei dem meist Glas mit hoch giftiger Fluorwasserstoffsäure an geätzt wird.Eine Art des Graffiti, die wahrscheinlich jeder schon einmal ausprobiert hat, ist das Reverse Graffiti. Hierbei werden schmutzige Oberflächen mit Wasser und Seife oder auch nur mit den Fingern so gesäubert, dass die saubere Fläche das Graffiti dargestellt
Mit dieser Form des Graffiti wie auch mit dem LED – Throwie, bei dem ein Graffiti mit Hilfe von LEDs und Magneten auf metallenen Oberflächen befestigt wird, können die Künstler den Gesetzen und auch der Anklage des Vandalismus entgehen.

Absolut der Kunst gewidmet sind dagegen zum Beispiel Street Art und Stencil. Hierbei spielen vor allem bildliche Motive oft eine größere Rolle als die Schrift. Wird das Graffiti mithilfe einer Schablone gefertigt, spricht man vom Stencil – Style. Häufig werden dabei politische Symbole, Personen oder gesellschaftskritische Motive bevorzugt.

Haben die Graffiti nur politische Ziele im Sinn, werden sie als politische Graffiti bezeichnet. Eine der bekanntesten Arten dieses Graffitis findet man häufig auf
Wahlplakaten.

Klograffiti und Gefängnisgraffiti entstehen meist aus Langeweile und  bestehen häufig aus Gedichten, Kritzeleien, Karikaturen oder Sprüchen.

Die Sprayer und Künstler haben mit ihren Werken häufig ein Streben nach Verbesserung von zum Beispiel politischen oder gesellschaftlichen Situationen im Sinn. Andererseits finden Graffiti auch auf der emotionalen Ebene statt und dienen zum Abschalten vom Alltag oder zum „abreagieren“. Künstlerische Graffiti lassen die Sprayer ihre Kreativität vollständig ausleben um sich selbst zu verwirklichen.

Allerdings gibt es auch eine negative Seite des Graffiti, bei der die Sprayer Grenzerfahrungen machen, wie in extremer Höhe oder an verbotenen Plätzen zu sprühen und dabei in einen drogenrauschähnlichen Zustand gelangen. Beim Ganggraffiti spielt das Gruppengefühl und die Geborgenheit, die dabei entsteht, eine große Rolle. Außerdem geht es beim Gruppengraffiti auch um Ruhm (englisch: Fame) vor anderen Gangs.

Wie auch bei anderen Kunstrichtungen oder Hobbys, gibt es für Graffiti Magazine, Fachzeitschriften und sogar Filme. Diese Zeitschriften werden von Künstlern selbst für Künstler gestaltet und finden in der Öffentlichkeit wenig Beachtung, da sie meist auch nur im Fachhandel zu kaufen sind. Einige der Hefte sind zum Beispiel RaZHia und Stylefile. Die Filme sind häufig eine Mischung aus Spielfilm und Dokumentation, wie Beat Street oder Wild Style.

Ob Graffiti nun Kunst oder Vandalismus ist, ist schwer zu beantworten, da die vielen verschiedenen Techniken und Styles eine große Bandbreite bieten und daher nicht vollständig zuzuordnen sind. Während die Anhänger der Graffiti – Szene ihre Werke als Kunst und als Möglichkeit ihrer Gefühle und Gedanken auszudrücken betrachten, empfinden viele andere Menschen diese Ausdrucksform als Vandalismus und Geschmiere. Viele Graffiti, wie etwa die auf öffentlichen Flächen, Bahnhöfen und Hauswänden werden als Verschmutzung angesehen und daher strafrechtlich verfolgt. Allerdings werden Graffiti einzelner Künstler als Kunst betrachtet und sogar vor Veränderung geschützt. So wird zum Beispiel das Graffiti auf der Berliner Mauer als Kunstwerk angesehen. Die Einteilung eines Graffiti hängt also von der Bedeutung und dem ursprünglichen Untergrund ab. In Wien gibt es eine Straße, die von der Stadt offiziell als „Graffitistraße“ benannt worden ist und dort als „Selbstverwirklichung der Jugendlichen“ und natürlich als „Kunst“ angesehen wird.

Während Gesetze und Regierungen versuchen die Graffitientstehung ein zu dämmen, wird sie von der Werbebranche als Verkaufsmittel verwendet,
da Graffiti besonders bei Jugendlichen gut ankommt.

Ein Zuordnung zu Kunst oder Vandalismus kann von Werk zu Werk verschieden sein, da es sowohl schöne, kunstvolle Graffiti, wie auch weniger schöne  Graffiti gibt und es besonders auf den Auftragungsort drauf ankommt.
Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen, zu entscheiden, ob Graffi nun Kunst oder Vandalismus ist.

¹Vandalismus: Zerstörungswut/ -lust

7 Kommentare

  1. Auf den Flächen, wo Graffiti illegal ist, sehe ich das klar als Vandalismus. Auf legalen Flächen ist es das zumindest nicht – ob es allerdings Kunst ist, ich weiß nicht so recht…

  2. Aber natürlich ist es Kunst, wenn es professionell gemacht ist. Unanständige Kritzeleien an öffentlichen Gebäuden sind dagegen ganz klar Vandalismus.

  3. Schöne und kunstvolle Graffiti, die mit viel Mühe und Gedanken gemacht sind, betrachte ich auch als Kunst.
    Diese Schmierereien, die man von Autobahnen oder auch Bahnhöfen kennt, sind für mich Vandalismus und auch irgendwie unnötig. Dann doch lieber ein kunstvoll gestalteter Bahnhof!

  4. Meiner Meinung nach bräuchte man viel mehr plätze wo man Graffitis sprühen darf, da das beschmieren von fremden häusern wahrscheinlich auch den Künstlern/Sprayern kein besonderen Spaß macht. Außerdem werden die Alten Gebäude die dafür perfekt geeignet sind einfach weggerissen …

  5. ja ist es denke ich mal nicht

  6. Peter Schuz sagt:

    An Fremdgebäuden: Vandalismus, was sonst????

    Am eigenen Haus / eigener Leinwand: Individueller Fassadenanstrich, der auch Kunst sein kann.

    Für junge Leute als Gedankenanregung ganz hilfreich:

    Sich einfach mal vorstellen, irgendwelche Leute würden an DEIN Haus irgendwas dran kritzeln – oder an DEIN Mofa irgendwelche Aufkleber drauf kleben.
    Ärgerlich, oder???

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