Von Dienstag, dem 03. Mai bis Samstag, dem 14. Mai 2011 waren zum elften mal Jugendliche aus Kiew in Pinneberg zu einem west-östlichen Schüleraustausch gekommen. Der Austausch von der Theodor-Heuss-Schule mit der Schule No 14 aus Kiew war ein voller Erfolg.Insgesamt kamen 14 Ukrainische Jugendliche mit den beiden Deutschlehrern Frau Lipina und Herrn Lipin nach Deutschland. Eine Schülerin aus Kiew konnte leider nicht mitreisen, da sie in der Ukraine kein Visum bekam.  Hier ist der Austausch tagebuchartig zusammen gefasst.

Dienstag, 13. 05. 2011:

Um halb zwölf war es endlich soweit. Die Gruppe aus der Ukraine kam im Pinneberger Bahnhof an und wurde von den Deutschen Schülern und Lehrern begrüßt. Der Empfang war sehr herzlich, da es schon einige Bekannschaften aus den früheren Austauschprogrammen mit der Schule No. 14 aus Kiew gab. Es war eine schöne, aber dennoch sehr anstrengende Reise für die Ukrainer gewesen, weil insgesamt ungefähr 30 Stunden im Zug verbracht wurden, ehe man in dem “schönen, grünen Pinneberg” ankam. Die meisten Kiewer Schülerinnen und Schüler waren nach der eben angesprochenen langen Zugreise froh, sich bei der Gastfamilie ein bisschen zu entspannen und einzugewöhnen.

 

Mittwoch, 13. 05. 2011:

Heute begann für die Pinneberger und Kiewer das gemeinsame Austauschprogramm um 7:30 Uhr in der THS. Nachdem Frau Schulz und Herr Göckens, die leitenden deutschen Lehrer, eine kurze Begrüßung ausgesprochen hatten, bereiteten die Deutschen und Ukrainer alles für die anstehende Willkommensrede von Herrn Matthias Beimel, dem Schulleiter der Theodor-Heuss-Schule und der Pinneberger Bürgermeisterin Frau Kristin Alheit vor, zu der auch die Presse in Form des Pinneberger Tageblattes eingeladen war. Anschließend an die Rede wurde noch ein Foto geschossen, zusammen mit Frau Alheit und allen Teilnehmern, welches am nächsten Tag im Pinneberger Tageblatt zu sehen war. Als die Bürgermeisterin und Herr Beimel wieder ihrer täglichen Arbeit nachgehen mussten, wurden die Kiewer Schülerinnen und Schüler von vier deutschen Schülern durch die THS geführt und dem Schulgelände vom Fahrradkeller über die Turnhalle und dem Außenhof, bis hin zum Lehrerzimmer und den Musikräumen vertraut gemacht. Im Anschluss wurden von der Cafeteria Getränke für alle gestellt, danach kamen die Kiewer mit in den Unterricht.

Am Nachmittag machten sich alle auf den Weg um in der Pinneberger Innenstadt an einer Ralley teilzunehmen, die von Anneke und Else vorbereitet wurde.

Donnerstag, 05. 05. 2011:

Um 7:30 Uhr trafen sich die Teilnehmer des Austausches samt Lehrer und begannen mit der Projektarbeit “Geschichte – in der Familie erlebt”. Es wurden die Kriterien für die Auswahl eines Fotos, welches die Gastgeberfamilie oder Angehörige mit einem geschichtlichen Hintergrund zeigen. Nachdem sich alle die Bedingungen notiert hatten, gingen die Kiewer mit in den Unterricht. 

Um zwölf Uhr ging es schon mit dem Programm weiter, es wurde eine Exkursion nach Hamburg unternommen. Bei dem kleinen Rundgang durch die zweitgrößte Stadt Deutschlands gab Herr Göckens interessante kleine Vorträge zur geschichtlichen Bedeutung der Gebäude. Um 18:00 Uhr waren alle wieder zu Hause.

Freitag, 06. 05. 2011:

Um sechs Uhr in der Früh erschienen die Austauschteilnehmer mehr oder weniger verschlafen am Pinneberger Bahnhof. Von dort ging es mit der Regionalbahn nach Altona, wo der ICE zum Berliner Hauptbahnhof schon wartete. Nach einer zweistündigen Fahrt kam die Gruppe in Berlin an. Als erstes wurde der Bundestag besucht und man bekam teils interessante Informationen über das deutsche Abgeordnetenhaus. Für elf Uhr war ein Gespräch mit dem Abgeordneten Herrn Dr. Ole Schröder angesetzt, welches mit einem Vertreter abgehalten wurde, da Herr Dr. Schröder - lustigerweise - in seinem Hauptwahlkreis in Pinneberg war. Der Vertreter berichtete über den Alltag und den Wochenablauf von Herrn Dr. Schröder, anschließend wurden Fragen beantwortet. Nach der Fragerunde wurde die Gruppe zur großen Glaskuppel auf dem Dach des Bundestages geführt. Nachdem die Schülerinnen und Schüler aus beiden Ländern den Ausblick über Berlin bei klarem Himmel und Sonnenschein genossen hatte, gingen sie mit den Lehrern vom Bundestag zum Paul-Löbe-Haus, wo ein Imbiss gestellt wurde. 

Am Nachmittag gab es einen, von Herrn Göckens geführten Rundgang durch Berlin mit einer einstüdigen Freizeit im Anschluss. Um 19:24 Uhr fuhr die Bahn in Richtung Norden ab. Gegen 22:30 Uhr waren alle wohlbehalten wieder zu Hause und freuten sich, dass sie am nächsten Morgen etwas länger schlafen konnten.

Samstag/Sonntag, 07./08. 05. 2011:

Das Wochenende stand frei zur Verfügung. Die Gastgeberfamilien haben an den beiden Tagen mit den Ukrainern viel unternommen, wie zum Beispiel einen Besuch im Heide-Park Soltau, Kanufahren, einen Ausflug zum Hamburger Hafengeburtstag, zum Serengeti-Park oder einfach Fußball spielen im THS-Fußballkäfig. Außerdem sollte das Wochenende zur Auswahl des Fotos genutzt werden.

Montag, 09. 05. 2011:

An dem Tag, an dem der Ausflug nach Büsum auf dem Plan stand, hatte Viktoriya Pashko ihren 15. Geburtstag. Um 8:49 Uhr fuhr die Bahn in Richtung Büsum los. Es gab zwischenzeitlich Verbindungsschwierigkeiten, doch die Wattwanderung im größten zusammenhängenden Wattengebiet der Welt konnte trotz einer 10 minütigen Verspätung stattfinden. Als dann die Gruppe auf dem Watt war, waren die Gefühle sehr gemischt. Die Mädchen wollten so wenig wie möglich von dem nassem Sand berühren, während einige Jungs begeistert bis zu den Knöcheln im Schlick standen. Nach der Wattwanderung, bei der uns die Dynamik des Meeres nahe gebracht wurde, gab es eine kurze Freizeit um zu essen oder ein bisschen die Stadt Büsum zu erkunden.

Um 15:15 Uhr trafen sich alle bei einem im Hafen gelegenen Krabbenkutter, mit dem es aufs Meer hinaus ging. Maike hielt ein kurzes, sehr interessantes Referat über Krabben. Nach ungefähr einer halben Stunde auf dem Kutter wurden die Netze eingeholt und die Krabben noch an Bord gekocht. Die Matrosen zeigten, wie man den Krabben den Panzer abpult und wir durften die frische, sehr leckere Meereskost genießen. Nachdem um 17:00 Uhr der Kutter wieder angelegt hatte, stand fast eine Stunde zum shoppen und zum Rückweg an die Bushaltestelle zur Verfügung.

Um 20:06 Uhr traf die Bahn aus Büsum in Pinneberg ein. Alle gingen müde und sandig nach Hause.

Dienstag, 10. 05. 2011:

Pünktlich um halb acht trafen sich alle wieder im Raum 214, um gemeinsam mit der Projektarbeit fortzufahren. Um 9.00 Uhr gingen die Deutschen in den Unterricht, die Ukrainer hatten noch eine dreiviertel Stunde Zeit, zum Erfahrungsaustausch untereinander. Anschließend nahmen auch sie am Unterricht teil.

Gegen 11:55 Uhr trafen sich alle in der Cafeteria, um zusammen Mittag zu essen, was von Frau Christiane Stromberg-Felten spendiert wurde.

Um 13:00 Uhr fuhren alle vom Thesdorfer Bahnhof zur Exkursion nach Hamburg. Auf dem Programm stand ein Besuch im Museum für Hamburgische Geschichte. Die Gruppe wurde von einem Mitarbeiter des Museums begleitet, der einen interssanten Vortrag über Hamburg im Zweiten Weltkrieg hielt. Anschließend ging es zur Besichtigung der St. Michael-Kathedrale. Gegen 16:30 war dann die Besteigung des “Michels” ein Höhepunkt an dem Tag. Der Ausblick war fantastisch, der Himmel blau und wolkenlos. Die Kirche ist von innen reich verziert und wurde von allen bewundert. Gegen 17:30 Uhr ging es mit der S-Bahn zurück nach Pinneberg.

Im Anschluss an den Ausflug trafen sich die Jungs, um im Fußballkäfig an der THS zusammen Fußball zu spielen.

Mittwoch, 11. 05. 2011:

Nach der Fertigstellung der Projektarbeit während der ersten drei Schulstunden nahmen die Kiewer am Unterricht der deutschen Partner teil. Für die Projektarbeit sollte zu dem Foto ein Text geschrieben und ein kleines Standbild geübt werden, dass am nächsten Tag am Abschiedsabend vorgestellt werden sollte.

Nachdem die Schule aus war, gingen alle Jugendlichen, sowie die Lehrer, nach Hause, um sich auszuruhen, denn um 17:20 war schon das nächste Treffen am Pinneberger Bahnhof, das Musical “Tarzan” in der neuen Flora wurde besucht.

Als gegen 18:10 alle Teilnehmer und Elternteile oder Geschwister im Vorsaal vom Theater standen, wurden noch eifrig Fotos geschossen, denn es hatten sich alle gekleidet, als würden sie zu einem Filmfestival wie den Oscar gehen –  die Jungen mit Anzug, Schlips und Sakko und die Mädchen mit einem Abendkleid. Um halb sieben begann dann das Musical. Alle waren sehr begeister, der Ausflug war ein voller Erfolg. Um ungefähr 22:15 Uhr kamen alle etwas müde aber trotzdem gut gelaunt in Pinneberg an.

Donnerstag, 12. 05. 2011:

Um halb acht trafen sich alle Teilnehmer des Pinneberg-Kiew-Austausches, um zusammen die Aula ein wenig vorzubereiten für die Verabschiedung und sich gegenseitig das Foto der Projektarbeit mit dem geschichtlichen Hintergrund der Familie vorzustellen. Es wurden vor allem ältere Bilder gezeigt von Familienmitgliedern.  Anschließend hatten die Kiewer die Möglichtkeit, sich eine Schulstunde lang auszutauschen. Danach wurden sie von ihren Partnern abgeholt und nahmen mit ihnen am Unterricht teil.

Um 17:30 Uhr kamen die ersten Teilnehmer mit der Familie, um beim Aufbauen des Büffets und der Bühne mit zu helfen. Der Beginn des Abschiedsabends war um sechs Uhr und es wurde zusammen gegessen, ein Ukrainer und eine Deutsche sangen, es wurde zwei Gitarrenstücke vorgespielt, ein Standbild zu einem Foto dargestellt und alle hatten sehr viel Spaß. Zum Schluss zeigt Basti Felten alle Bilder, die während des Austausches entstanden sind, auf über einen Beamer auf einer großen Leinwand und es gab viel zu lachen. Nach dem Abräumen des Geschirrs und dem Aufräumen der Aula verabschiedeten sich die Jugendlichen in den Fußballkäfig, schossen weitere Bilder und spielten Fußball.

Freitag, 13. 05. 2011:

Um 7:3o Uhr trafen sich die Kiewer zu einem letzten Erfahrungsaustausch im Raum 214, anschließend nahmen sie am Unterricht teil. Um 11:10 trafen sich nocheinmal alle Teilnehmer und die Lehrer, die Presse war eingeladen, Herr Beimel hielt eine Abschiedsrede und stellte den Ukrainern und den Deutschen Fragen. Danach musste keiner mehr zum Unterricht und die meisten verabschiedeten sich zu einem Ausflug nach Hamburg.

Gegen fünf Uhr gab es bei der Familie Graefen ein kleines Grillfest, bei dem alle eingeladen waren und Würstchen und Getränke gestellt wurden. Jeder hat nach Absprache mit den Lehrern etwas zu essen mitgebracht. Um 19:00 gingen alle Jugendlichen noch einmal zum Abschluss in THS-Fußballkäfig und spielten Fußball oder unterhielten sich.

Samstag, 14. 05. 2011:

Der Tag des Abschieds kam schnell und die erste Hälfte des Pinneberg-Kiew-Austausches ist schon vorbei. Es wurden Brote geschmiert, die letzten Sachen in den Koffer gepackt und ein paar Süßigkeiten eingepackt, bevor es um 10:00 Uhr zum Bahnhof Pinneberg ging. Es war ein tränenreicher Abschied, vor allem bei den Mädchen, es freuten sich jedoch schon alle auf das gemeinsame Wiedersehen Anfang September, wo die deutschen Schülerinnen und Schüler in die Ukraine nach Kiew fahren.

Fazit:

Es war ein Austausch, mit einer harmonischen Gruppe und einem tollen Programm, was nicht schöner hätte sein können.

Ein herzliches Dankeschön im Namen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Frau Schulz und Herrn Göckens, die mit viel Geduld und Zeit ein wunderschönes Programm erarbeitet haben; einen Dank an Frau Lipina und Herrn Lipin, die mit eiserner Hand eine Truppe von Jugendlichen in einem frendem Land geleitet und unterstützt haben; an die Gastfamilien, die sich sehr herzlich um die Jugendlichen aus der Ukraine gekümmert haben und auch noch einen Teil des Austausches finanziert haben; an die Spenden und Zuschüsse des Pädagogischen Austauschdienstes der Kulturministerkonferenz und der Stiftung West-Östliche Begegnungen; an den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag, der die Exkursion an die Ostsee gesponsort hat; an Maike, für das kleine Referat; an Tom, der die Technik beim Abschiedsabend gemacht hat; an Anneke und Else, die die Pinneberg-Ralley vorbereitet haben und an Basti, der jeden Tag neue Bilder eingesammelt hat.

Dankeschön

6 Kommentare

  1. Maike Holleck sagt:

    Das ist ein wunderbarer Bericht über eine wunderbare Zeit!!! Einfach schön zu lesen… Danke

  2. Else Kies sagt:

    Moritz, danke!
    Richtig toller Bericht über eine richitg wunderbare, aber viel zu kurze Zeit, mit tollen Leuten!
    Danke, Danke !

    KIEW WIR KOMMEN :D

  3. Raffael Wolpers sagt:

    sehr schön formuliert und zusammen gefasst ich selbst hätte es nicht besser sagen können.
    Gut gemacht Moritz

  4. Moritz Graefen sagt:

    Danke für die tollen Bewertungen und Kommentare :D

  5. Bunsenstraße 61

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