Die Ferien standen schon vor der Tür, als wir, die Schülerzeitungsredaktion, diese euphorische Frühlingsstimmung zum Anlass nahmen, um mit allen Schülern der THS die größte Umfrage in der Geschichte der Schule durchzuführen. Das Ganze war ganz schön zeitaufwendig: Insgesamt drei Schultage haben wir für diese Aktion benötigt. Gerade am Anfang hatten wir in den reservierten Räumen große Probleme mit dem Internet (Das kennt ihr ja sicherlich auch!) und haben die Notebooks und Tablets auf der Suche nach stabilem Netz durch die Schule geschoben. Letztendlich hat die Befragung aber bei allen funktioniert und über 600 fertige Datensätzen mit Antworten zu all unseren Fragen an Euch erzeugt.

Das Ergebnis dieses rekordverdächtigen Ereignisses wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten, und so präsentieren wir hiermit feierlich die Resultate der Abstimmung.

In einem Klassenraum...

In einem Klassenraum…

...und in der Bio1 (denn hier war stabiles Internet) haben wir die Schüler befragt.

…und in der Bio1 (denn hier war stabiles Internet) haben wir die Schüler befragt.

Pausen länger, Stunden kürzer?

Wir beginnen mit der Auswertung eurer Meinung zum Schulablauf. Die erste Frage, ob die Schule erst um 8 Uhr beginnen sollte, beantworteten zumindest die Unterstufenschüler mit einem klaren “JA!”. In der Oberstufe hingegen ging man deutlich kritischer an die Frage heran. Dort stimmte nur die Hälfte für einen späteren Schulbeginn. Länger schlafen tun wir wohl alle gerne, aber gerade die älteren Schüler berücksichtigen sicherlich auch die Konsequenz, dass mit dem späteren Schulbeginn auch ein späterer Schulschluss verbunden ist. Insgesamt waren jedoch 60% von euch für einen späteren Schulbeginn.

Von einem Stundenmodell à 60 Minuten halten in keinem Jahrgang viele Schüler etwas. Mit 70% sprach sich eine klare Mehrheit dagegen aus.

Auch die Frage nach dem Wunsch der Verlängerung der großen Pausen beantwortetet ihr mit “Nein”, gerade in der Oberstufe finden nur 1% ein längeres Durchatmen vor der nächsten Unterrichtsstunde notwendig. Nur die jüngeren Schüler hätten zum Teil gerne mehr Zeit, um sich auf dem Schulhof zu verausgaben.

Pause

Dies spiegelt sich auch in der nächsten Frage zur Wiedereinführung der 5-Minuten-Pausen wieder. 86% der Unterstufenschüler stimmten für die 5-Minuten-Pausen, während nur 30% der Oberstufenschüler diese Änderung gut heißen würden. Dies liegt zum einen Teil sicher daran, dass die Oberstufenschüler die damit zusammenhängende Verlängerung des Nachmittagsunterrichts im Hinterkopf haben, zum anderen aber auch an der geringeren Konzentrationsausdauer und dem damit verbundenen größeren Bewegungsdrang der jüngeren Schüler.

Ein ebenfalls großer Unterschied zwischen der Meinung von Unter- und Mittel-/Oberstufe lässt sich in der Frage, ob die Mittagspause verkürzt werden sollte, feststellen. Während dieser Vorschlag in der fünften und sechsten Klasse auf allgemeine Ablehnung stieß, stimmten in der Mittel- und Oberstufe fast die Hälfte der Schüler für eine Verkürzung.

Mensa = gut und lecker:

Relativ einig sind sich hingegen die meisten Schüler im Bezug auf das Essensangebot der Mensa. Sowohl das Pausen- als auch das Mittagsangebot schlossen in eurer Abstimmung mit “sehr gut” bis “befriedigend” mit einem guten Ergebnis ab. Und so lautet das offizielle Schülerurteil:

An dieser Stelle an das campus catering Team!

An dieser Stelle noch einmal ein Lob an die Küche des Hauses!

An dieser Stelle noch einmal ein Lob an die Küche des Hauses!

Druck, Stress – und was sonst noch bleibt:

In unserer nächsten Kategorie beantwortetet ihr uns Fragen zu eurer Freizeitgestaltung sowie Stress und dem allgemeinen Wohlbefinden in der Schule.

In Sachen Engagement liegt definitiv die Unterstufe in Führung. Hier wirken fast die Hälfte der Schüler in einer AG mit, während in der Mittel-und Oberstufe nur 25% in Arbeitsgemeinschaften tätig sind.

Was Freizeitgestaltung angeht liegt hingegen die Oberstufe mit fünf oder mehr Terminen weit vorne. Dies lässt sich vermutlich damit begründen, dass viele ältere Schüler Nebenjobs ausüben und allein dadurch mehrere Termine zustande kommen. Die Mittelstufe hat mit durchschnittlich zwei Terminen die wenigsten Vorhaben in der Woche.

Daraus resultiert, dass die Oberstufenschüler am wenigsten Zeit haben, in die Unterrichtsvorbereitung zu investieren. Schockiert hat uns besonders, dass gerade viele jüngere Schüler angaben, mehr als sechs und teilweise auch mehr als zehn Stunden für die Schule zu lernen.

Auffällig war auch, dass die Angaben der Sechstklässlern über das Lernen von mehr als sechs Stunden die Woche mit 14% gefährlich nah an die Aussagen des Q-Jahrgangs herankommen. Dies ist aus unserer Sicht besonders erschreckend, da die Unterstufe eine Orientierungsphase darstellen sollte und kein Drillcamp.

Dieser Druck bestätigt sich auch in der Auswertung der Frage, wie stark die Schüler Stress (besonders vor Klassenarbeiten) ausgeliefert sind. Schon in den jüngeren Klassenstufen waren die Angaben relativ hoch, diese steigern sich bis in die Oberstufe drastisch.

Immerhin ist das allgemeine Wohlbefinden in den Klassengemeinschaften erfreulicherweise meist sehr gut, was sich vor allem in der Unter- und Oberstufe abzeichnet.

WohlWohl 2

Wie lernt ihr am besten?

Kommen wir nun zu den bevorzugten Unterrichtsmethoden der Lehrer ein, zu denen ihr Schüler Stellung nehmen solltet. Die gängigste Unterrichtsform, die Einzelarbeit, wird im Allgemeinen als sinnvoll erachtet. Vor allem die Zustimmung aus der Oberstufe ist hier verhältnismäßig groß. Auch die allseits beliebte Partnerarbeit schneidet wie erwartet sehr gut ab, dabei ist ein allgemeiner Anstieg des Zuspruchs von der Unter- zur Oberstufe zu erkennen. Hier stimmten 90% für die Partnerarbeit ab.

Im Gegensatz dazu schnitt die Gruppenarbeit deutlich schlechter ab. Nur 59% von euch befanden diese als sinnvoll. Die Freiarbeit gelangte zu einem ähnlichen Ergebnis. Nur knapp über die Hälfte der Schüler kommen mit dieser Unterrichtsmethode gut zurecht, wobei kaum ein Unterschied zwischen Unter-, Mittel- und Oberstufe besteht.

An den gängigen Frontalunterricht haben sich fast alle Schüler gewöhnt und haben dagegen auch nicht wirklich etwas auszusetzen. Besonders Oberstufenschüler möchten auf diese Art gerne lernen. Filme als Abwechslung dazu findet ihr aber auch fast alle super – wen wundert`s!

Am schlechtesten hingegen schnitt die Stationsarbeit ab. Vor allem die Oberstufe stimmte mit über 80% gegen eine meist große Zettelwirtschaft. Liebe Lehrer, Ihr wisst jetzt also, wie Ihr Euren Schülern ab sofort etwas Gutes (oder eben auch Schlechtes) tun könnt!

Wer war eigentlich der Namensgeber unserer Schule?

Mal ehrlich: Wir können ja noch verstehen, dass nur wenige von Euch die Bundesminister auswendig lernen und daher wissen, dass Barbara Hendricks (SPD) amtierende Bundesumweltministerin ist (Wir befürchten, dass dies selbst einige Lehrer nicht hätten beantworten können.) Dass aber ein Prozent mehr (19%) auf die Bürgermeisterin Pinnebergs als auf die richtige Antwort setzten, überraschte uns dann doch – schließlich war Urte Steinberg erst im letzten Jahr bei uns im Interview.

Viel betroffener macht uns aber die zweite Frage in der Rubrik “Allgemeinbildung”: Wer war eigentlich Theodor Heuss?                Da unsere Schule nun einmal nach dieser prominenten Person aus der Politik benannt wurde, hatten wir uns auf ein deutlich besseres Ergebnis eingestellt. Gut, mit der Antwortmöglichkeit “Bundeskanzler” wären immerhin schon die ersten beiden Silben und der Wirkungsbereich richtig beantwortet, aber unserer Auswertung zu Folge, hat sich mehr als jeder Dritte von Euch (39%)  noch nie gefragt, wer Theodor Heuss eigentlich gewesen ist. Also, solltet Ihr unter denen sein, die entweder “Erster Bundeskanzler”, “Ein berühmter Autor nach dem Zweiten Weltkrieg” oder gar “Nationaltrainer der Fußballweltmeisterschaft 1954″ angekreuzt haben – dann tut uns einen Gefallen: Ruft die für Hausaufgaben auch so häufig benutzte Wikipedia-Seite auf und lest Euch einmal den Beitrag zu dem werten Herrn Heuss durch.

Theodor

Lernen wir auf einer Baustelle?

Es gibt allerdings noch schwerwiegenderes und vor allem aktuelles Problem: die bauliche Situation. Auch hierzu haben wir euch befragt.

Den allgemeinen Zustand und die Ausstattung der Räume befanden ca.70% von euch als sehr schlecht. Während die Unterstufenschüler noch ein relativ neutrales Bild der Schule haben, sind Mittel-und Oberstufe schon deutlich frustrierter. Vielleicht auch deshalb, weil sie zum großen Teil nie in den Genuss der deutlich moderneren Klassen im Neubau gekommen sind.

Räume

Im Allgemeinen wird jedoch immer wieder deutlich, dass Schüler und Lehrer sich darüber einig sind, dass die Ausstattung der Räume nicht unserem heutigen Standard in Deutschland entspricht.

Da seit nunmehr fast 10 Jahren Bohr- und Baggergeräusche den Schulalltag dominieren, haben wir euch gefragt, wie störend ihr diesen Lärm im Unterricht noch findet. Insgesamt empfinden “nur” 66% Prozent der Schüler diesen Geräuschpegel als störend. Dieses Ergebnis wird stark von der Aussage der Oberstufenschüler beeinflusst. Hier gaben deutlich weniger Schüler an, den Lärm als störend zu empfinden. Dies liegt vermutlich daran, dass sie sich im Laufe der Zeit schon an den Lärmpegel – sogar bei Klausuren – gewöhnen mussten. Also liebe Unter-und Mittelstufe, auch ihr werdet euch irgendwann an die andauernden Hintergrundgeräusche gewöhnen!

An das Gefühl, auf einer Baustelle zu leben, gewöhnt man sich den Ergebnissen unserer nächsten Frage zufolge jedoch leider nicht. Im Gegenteil, es wird mit der Zeit immer schlimmer.

Baustelle

Auch die Hoffnung, dass unser Innenhof bald wieder schön und einladend aussehen wird, schwindet im Laufe der Schulzeit drastisch. Währen in der Unterstufe immerhin noch 6% an eine Fertigstellung in diesem Jahr glauben, sind es in der Oberstufe nicht mal mehr 1%. Während die Befürchtung, dass der Innenhof niemals wieder ein gemütlicher Ort ohne Baufahrzeuge werden wird, in der 5. Klasse nur 16% teilten, waren es im Q-Jahrgang mit 43% schon fast die Hälfte. Wir hoffen natürlich, dass sich diese Befürchtung nicht bestätigt, man sich irgendwann nicht mehr um Schimmel oder undichte Fenster zu sorgen braucht und der Innenhof wieder zu seinem ursprünglichen Sinn und Zweck genutzt werden kann.

Was will ich einmal werden?

Unsere letzte Kategorie hat sich mit der Zukunft nach der Schule beschäftigt. Die Frage, ob ihr schon wisst, was ihr nach eurem Schulabschluss machen wollt, konnten 27% von euch mit “Ja” beantworten und immerhin 49% haben mehrere Ideen. Die Unterstufe sticht hierbei mit vielen Ideen und klaren Vorstellungen eindeutig aus der Masse der Ahnungslosen heraus. Gegen unsere Erwartungen herrscht in der Oberstufe eine allgemeine Ratlosigkeit, was die berufliche Zukunft angeht, der auch wir selbst uns bisher nicht entziehen konnten.

Die letzte Frage unserer Abstimmung bezog sich darauf, ob ihr glaubt, durch den Unterricht und schulische Angebote angemessen auf eure Zukunft vorbereitet zu werden. Während die Zuversicht in der Unterstufe mit 79% noch sehr hoch ist, und diese in der Mittelstufe bei immerhin noch 48% liegt, fühlt man sich in der Oberstufe mit gerade mal 17% kaum für die Zeit nach dem Abitur gewappnet.

Diese Zweifel können wir gut nachvollziehen und denken wie die 17-Jährige Naina aus Köln, die mit ihrem Tweet eine Bildungsdebatte ins Rollen brachte.

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Eine gelungene Aktion – für uns und für euch:

Unsere Idee, durch unsere Schülerzeitungsarbeit auch mal direkt mit euch in Kontakt zu treten, habt ihr wunderbar angenommen. 86% von euch die Idee ebenfalls klasse und gaben uns damit ein überragendes Feedback. Vielen Dank dafür!

Nun bleibt uns nur noch zu hoffen, dass die spannenden Ergebnisse nun von Lehrern und der Schulleitung, ja vielleicht sogar auch von Politikern der Stadt Pinneberg zum Anlass genommen werden, über einige Fragen auf einer anderen Grundlage zu diskutieren.

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Einzel-Statements aus jedem Jahrgang (Ausnahme: Abitur-Jahrgang):

5 Kommentare

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  3. Endlich gibt es eine gewerbliche und auch eine private Kasko-Versicherung für Drohnen und Quadrocopter

  4. Bemerkenswerter Einfall. Jedoch man muss sagen, dass man sich nicht immer darauf verlassen sollte. Bodenständigkeit ist manchmal eine Tugend.

  5. Krasser Beitrag. Allerdings will ich auch sehen, dass Dinge nicht jedes Mal so simpel sind. Realismus ist oft besser als Wolkenkuckungsheime.

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