Foto: A&A Photography/flickr.com

Kuriose Sportarten gibt es in unserer Zeit wie nie zuvor. Von sinnvollen und schwachsinnigen Sportneuerungen.

Am Anfang gab es Weitsprung, Ringen, Laufen und Werfen. Dazu kamen Ballsportarten, Wassersport und Variationen dieser Grundsportarten. Und dann kamen die Variationen der Variationen: Handyweitwurf, High-Heel-Rennen und Schachboxen. Doch kann man das noch als Sport ansehen? Oder hat es die Menschheit mit ihren Ideen mal wieder ins Unnötige gezogen?

Sport in seinem Ursprung

Als erstes müsste man klären, was am “Anfang” mit dem Sport erreicht werden sollte. Das größte Sportereignis der Antike waren natürlich die Olympischen Spiele. Den Gründern dieses Ereignisses ging es um ein Zusammenkommen der Völker, das Motto: Dabei sein ist alles. Schneller, höher, weiter.

Die Spiele waren Symbol für einen Frieden, der zu der damaligen Zeit selten war. Die Sportler bereiteten sich jahrelang auf dieses Ereignis vor – alle mit dem Ziel, die große Ehre des Siegers zu tragen. Auch die Religion war mit dem Sport verbunden, denn Wettkampf und Verehrung der Götter – vor allem der Götter Zeus, Hera und Poseidon – gehörten für die Olympia-Teilnehmer der Antike zusammen.

Sogar Anzeichen von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gab es schon 600 vor Christus, ein Phänomen, das nicht allzu verbreitet war. Frauen hatten ihre “eigenen” Olympischen Spiele, bevor die Herren das “eigentliche” Olympia austrugen.
Durch die Ausbreitung  des Römischen Reiches und damit in späteren Zeiten durch die Ausbreitung des Christentums wurde Olympia maßgeblich verändert, bis es 393 nach Christus zum letzten Mal in der damaligen Form stattfand. Die Begründung für das Verbot von Olympia war, dass die Spiele heidnischer Kult seien…

Mit diesen fünf Ringen weiß  jeder etwas anzufangen.

Mit diesen fünf Ringen weiß jeder etwas anzufangen.

Sport heute

Und nun, weg von der Geschichte, was bedeutet Sport für uns, in dieser doch sehr anderen Zeit? Vielen bedeutet Sport ein Ausgleich zum oft stressigen Arbeitstag. Am meisten bedeutet er einer Mehrheit aber wahrscheinlich, gut auszusehen; ein athletischer Körper ist gefragt wie nie.  Doch häufig wird gar kein Sport mehr im eigentlichen Sinne betrieben! Einen athletischen Körper wünschen sich einige durch Energydrinks, und -riegel zu erlangen. Mit schwankendem Erfolg. Andere behaupten auch einfach nur, Sport zu betreiben, weil in den Namen ihrer Sportarten (oder sollte man besser sagen: Lifestyle mit einem Touch ins Sportliche?) “laufen” oder “werfen”, also Beispiele der Grundsportarten drinsteckt.

Skurrile Sportarten

Im Folgenden werde ich einige Neuarten von Sportzusammensetzungen ein wenig durchleuchten. Beginnen wir mit dem Handy-Weitwurf. Klingt banal, denn man kennt Diskus- oder Speerwurf, aber Handyweitwurf? Warum sollte man sein Handy, das vielen sehr wichtig ist, weit werfen?!

Tatsächlich gibt es seit 2000 Weltmeisterschaften in dieser Sportart. Neben dem klassischen über die Schulterm werfen gibt es noch die Freestyle-Wettbewerbe, bei denen es um besonders kunstvolle Aushol- und Wurfbewegungen der Arme beziehungsweise Beine geht. Der Weltrekord beim Weitwurf liegt übrigens bei 101,46 Metern und wurde vom  18-jährigen Finnen Ere Karjalainen aufgestellt.
Bei den Wettbewerben werden – logischerweise – eher betagte Tastenhandys verwendet. Laut der Veranstalter soll die WM den Teilnehmern die Chance geben, sich mal so richtig den Frust aus der Hand zu schleudern. Okay, wer´s mag!

Insgesamt gesehen finde ich den Sport eher banal als beeindruckend. Die Idee an sich ist im Zeitalter der Tablets und Smartphones zwar originell, jedoch ist das Ganze  etwas aus den Fugen geraten. Eine WM ist schon etwas extrem.

Kommen wir zur nächsten Sportart, von der schon fast jeder etwas gehört haben sollte: High-Heel-Rennen!

Eigentlich sagt der Name schon alles, jedoch gibt es noch ein paar Regeln, um die Chance für alle Frauen gleich zu gestalten. Zum einen muss der Absatz mindestens 10cm hoch sein, der Durchmesser des Absatzes darf die 1,5cm nicht überschreiten. Außerdem gilt ein Mindestalter von 16 Jahren.
Die Siegerin der letzten Meisterschaft in Berlin ist die 18-jährige Berlinerin Plecher, die die 100m Sprint in 14,2 Sekunden stöckelte. Des Weiteren  gibt es beim High-Heel-Rennen Kategorien wie “schönster Stiletto” und “bestes Outfit”.

Braucht man hierfür einen Waffenschein? (Foto: Gerard Stolk/flickr.com)

Braucht man hierfür einen Waffenschein? (Foto: Gerard Stolk/flickr.com)

Diese Sportart ist meiner Meinung nach zwar interessanter und weitaus anstrengender als der Handy-Weitwurf, jedoch ist auch das Stöckelschuhrennen durch unnötige Wettbewerbe ins Lächerliche gezogen worden.

Als letztes noch das Schachboxen. Diese Sportart ist – wie der Name schon sagt – eine Zusammensetzung aus Schach und Boxen, wer hätte das geahnt? Als ich das erste Mal von dieser Sportart gehört habe, hatte ich Harry Potters magisches Schachbrett in meinem Kopf (an alle, die Harry Potter nicht kennen: Beim Zauberschach sind die Spielfiguren verhext und werden von einem Menschen – wie beim normalen Schach auch – gelenkt, um die anderen Figuren zu besiegen. Beim Besiegen dreschen die Figuren aufeinander ein. Wer das nochmal nachlesen will: Die offizielle Erklärung gibt es in Harry Potter und der Stein der Weisen)

Okay, raus aus der magischen Harry Potter Welt - rein in die Welt des Schachboxen, wie sie wirklich ist… Es gibt beim klassischen Schachboxen maximal elf Runden. Eine 24-Minütige Schnellschachpartie wird bis zu fünfmal von einer dreiminütigen Boxrunde unterbrochen. Der Sieger wird entweder durch KO in der Boxrunde, Matt in der Schachrunde, oder Zeitüberschreitung am Ende der Partie festgestellt.

Erst konzentriert boxen... (Foto: Susana Heredia Sanchez/flickr.com)

Erst konzentriert boxen… (Foto: Susana Heredia Sanchez/flickr.com)

...und dann voll zuschlagen! (Foto: Sascha Pohflepp/flickr.com)

…und dann voll zuschlagen! (Foto: Sascha Pohflepp/flickr.com)

Beim Schachboxen wird die Logik des Schachs mit der Kraft, Kondition und Dynamik des Boxens vereint. Ein für mich sinnvoller und guter, wenn auch ungewöhnlicher Zusammenschluss!

Also, insgesamt betrachtet gibt es mit dem Beispiel des Schachboxens nicht nur unnötige Variationen. Allerdings ist eine Tendenz der eher banalen Sportneuerungen zu erkennen. Ich selbst hatte das Gefühl, dass jeder durch extrem exotische Ideen seinen eigenen Weltrekord aufstellen will. Übrigens, ich halte auch einen: Ich wette, es übertrifft keiner die Bestmarke von meinem Patronen-Weitwurf von der hintersten Ecke des Klassenzimmers in den Mülleimer in der anderen Ecke!

3 Kommentare

  1. ;-) … Kriege sind leider immer noch gar nicht so selten :-(

  2. Felicia sagt:

    Da hast du leider Recht… :( ;) Hat dir der Artikel denn sonst gut gefallen?

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