Da wir es alle irgendwann einmal erleben, sollte es normal sein, darüber zu reden. Warum spricht trotzdem niemand über den Tod?

C: Gerd Altmann, pixelio

“Über den Tod redet man nicht!”, ist die Weisheit von heute. Das war nicht immer so. Noch vor den Weltkriegen war es Gang und Gebe, dass man auch ungebeten in das Haus des Verstorbenen ging, um dort Auge in Auge von ihm Abschied zu nehmen. Man bot den Angehörigen seine Hilfe an und sprach sein Beileid aus. Warum wird heutzutage nicht mehr über den Tod geredet?

Zum einen ist die Medizin deutlich besser geworden und auch die Versorgung älterer Menschen hat sich weiterentwickelt. Dadurch kommen viele alte Menschen in Krankenhäuser oder Pflegeheime. Mehr als 80 Prozent der Menschen sterben heutzutage in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Hospizen. Dadurch ist das Sterben zu Hause nicht mehr gewöhnlich und wird verdrängt. Trotzdem wäre es für alle Beteiligten wichtig, über den Tod zu sprechen, damit man die Entscheidungen des Sterbenden über den weiteren Verlauf nachvollziehen und besser mit der Trauer umgehen kann. Ein weiterer Punkt ist, dass wir zu einer Gesellschaft geworden sind, in der Karriere und Erfolg die Vorhand gewonnen haben.

Vor allem todkranke Menschen und deren Umgebung werden besonders stark mit dem Thema Tod konfrontiert, da Todkranke nicht plötzlich sterben, sondern für sie ein langer Weg bis zum – häufig erlösenden – Tod führt. In dieser Zeit des Leidens durchlebt der Kranke eine Mischung aus Sorge um Hinterbliebene und nicht erledigte Dinge, Angst und oft auch Depressionen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie eine todkranke Person mit der Situation umgehen kann. Einige wollen ihre Situation nicht wahrhaben und schmieden unrealistische Pläne über die Zukunft. Andere wiederum lassen sich von allen umsorgen und begeben sich in die Abhängigkeit anderer Leute. Dann gibt es noch die Variante, dass nur noch der eigene Körper beachtet wird. Andere hingegen kümmern sich nur noch um die Angehörigen und klemmen ihre Gefühle ab. Zudem gibt es noch die sogenannte Neudefinition. Hierbei versucht der Todkranke die guten Seiten für sich zu entdecken. So unterschiedlich diese Möglichkeiten auch sind, haben sie ein gemeinsames Ende: den Tod.

Es gibt unendlich viele verschiedene Krankheiten, die oft so enden. Die bekannteste ist wohl Krebs. Leute, die eine tödliche Krankheit diagnostiziert bekommen, wissen anfangs häufig nicht, wie sie damit umgehen sollen, wem sie davon erzählen sollen und was sie von sich selber halten sollen. Am wichtigsten ist es für die meisten, die Bestattung zu planen. Damit lernt der Patient, mit seiner Krankheit umzugehen und sie zu akzeptieren. Häufig helfen auch Verwandte oder Freunde bei der Vorbereitung zur letzten Ruhe. Hierzu gibt es viel zu bedenken. Bereits die Schwierigkeit sich für eine Art der Bestattung zu entscheiden, bereitet vielen Menschen Kopfzerbrechen. Es gibt zum Beispiel die traditionelle Sarg-Bestattung, in der der Leichnam in die Erde niedergelassen wird, es gibt die Urnen-Bestattung oder auch ganz ausgefallene Sachen wie zum Beispiel der 2005 verstorbene Autor Hunter S. Thompson bewies: Er hatte den Wunsch, verbrannt und mit einer Kanone in den Himmel geschossen zu werden. Seine letzte Bitte wurde ihm von seinem engsten Freund, dem Schauspieler und Musiker Johnny Depp, erfüllt.

Bei einer normalen Sargbestattung können Angehörige den Wunsch äußern, ob sie den Leichnam noch einmal sehen wollen. Dies wird hauptsächlich bei Leuten gemacht, die keine äußeren Schäden am Körper haben, also zum Beispiel nicht in einem Unfall ums Leben gekommen sind. Bei Menschen, die an einer Krankheit wie Krebs sterben, wird diese Form des letzten Abschiedes relativ häufig gewählt. Wie genau man aber letztendlich den Tod seelisch verarbeitet, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

Wenn dann dieser Fall eintritt, ist bei den meisten Leuten die Trauer groß. Doch so seltsam es auch klingen mag, mit jedem beendeten Leben kann ein anderes weitergehen. Es funktioniert, indem die Organe eines verstorbenen Menschen gespendet werden.

Ob die eigenen Organe gespendet werden, entscheidet der Verstorbene. Aber da man von ihm keine Antwort erwarten kann, gibt es einen sogenannten Organspendeausweis. Alle Personen, die über 16 Jahre alt sind, werden regelmäßig gefragt, ob sie einen solchen Ausweis ausfüllen möchten. Die Ausweise gibt es im Internet kostenlos herunterzuladen. Wer so einen Ausweis ausfüllt, muss sich nirgendwo registrieren und kann sich jederzeit umentscheiden, indem er den alten Ausweis vernichtet und einen neuen ausfüllt. Wenn der Verstorbene so einen Ausweis besitzt und sich zur Organspende ausgesprochen hat, muss von zwei erfahrenen Ärzten unabhängig voneinander der Hirntod festgestellt werden. Dies muss von beiden in zeitlichem Abstand von zwölf Stunden stattfinden. In dem Fall, dass der Hirntod vorliegt, wird der Spender bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und bei Eurotransplant, einer Organisation, die Organe in acht verschiedenen Ländern Europas vermittelt, gemeldet. Wenn ein Organ dieses Menschen benötigt wird, organisiert die DSO die Entnahme der Organe. Zudem betreut sie die Angehörigen und bespricht mit ihnen den Verlauf. Die Entnahme der Organe verläuft unter denselben Hygienevorschriften wie eine gewöhnliche OP, nur dass keine Narkose erforderlich ist. Allerdings werden Mittel verabreicht, die zum Erschlaffen der Muskeln führen, da diese ansonsten auf äußere Reize reagieren könnten. Dies ist ein weiterer Beleg für den Hirntod. Die Organe werden dann schnellstmöglich zum Empfänger gebracht. Dieser wird, sobald er im Transplantationszentrum eintrifft, für die Transplantation vorbereitet. Bis zu diesem Augenblick sind seit der Meldung des Spenders zwölf Stunden vergangen. Nach der Transplantation müssen sich die Patienten erst noch schonen, können aber bald wieder ein (fast) normales Leben führen. Allerdings müssen sie ihr Leben lang Medikamente nehmen, die ihr Immunsystem schwächen, damit dieses nicht das neue Organ abstößt. Auf diese Weise kann ein Mensch bis zu sieben Menschen das Leben retten, indem er beide Nieren, das Herz, die Leber, die Lunge, die Bauchspeicheldrüse sowie den Dünndarm spendet. Zudem können Gewebe wie Haut oder die Hornhaut am Auge gespendet werden. Nach der Entnahme der Organe wird der Leichnam wieder verschlossen und in einem würdigen Zustand zur Bestattung übergeben.

Um den Toten eine schöne Ruhestätte zu gewährleisten, wurde am 1. Juli 1877 in Hamburg Ohlsdorf der Ohlsdorfer Friedhof eingeweiht. Zum Bau des Friedhofs wurde der Architekt Johan Wilhelm Cordes, welcher 1898 zum Friedhofsdirektor ernannt wurde, beauftragt. Sein etwa 391 Hektar großes Areal bescherte dem Friedhof die Auszeichnung des weltweit größten Parkfriedhofes. Durch seine unzähligen Bäche und Teiche lockt er auch bis heute Unmengen von Touristen an. Einige hundert Laub- und Nadelholzarten, historische Gebäude, Gartendenkmäler und moderne Themengrabstätten sorgen für sein schönes Ambiente. In der Zeit von Ende April bis Mitte Mai während der Rhododendrenblüte strahlt der Friedhof einen noch anziehenderen Anblick aus. Zum Ausruhen der Besucher und Trauernden stehen insgesamt 2800 Sitzbänke bereit. Auf Grund seiner Größe besitzt der Friedhof 13 Kapellen. Diese werden mit Nummern gekennzeichnet und wurden in der Reihenfolge der Zahlen errichtet. Die Pflege der Parkanlage und der Grabstätten wird von acht Gärtnermeistereien erledigt. Neben den Kapellen sind auf dem Friedhof auch 21 Mausoleen in Form von Säulenhallen, Grabkapellen und Gruftbauten zu finden. Der Ohlsdorfer Friedhof besitzt zudem zwei eigene Krematorien, das „Neue Krematorium“ und das „Alte Krematorium“. Bis heute fanden auf dem Friedhof mehr als 1,4 Millionen Beisetzungen statt. Die Beigesetzten stammen aus mehr als dreißig verschiedenen Ländern. Auf dem Friedhof sind herkömmliche Sarg- und Urnengräber zu finden, aber auch Rasengräber, Paargrabstätten, Gemeinschaftsgrabanlagen, sowie anonyme Urnenhaine. Eine spezielle Beerdigungsart ist die Beerdigung im sogenannten „Ohlsdorfer Ruhewald“. Für diese Beerdigungen wurde eine naturbelassene Fläche geschaffen um Urnen unter Bäumen beizusetzen. Auf dem Friedhof sind unter anderem Gedenkstätten von berühmten Personen zu finden, darunter auch das Grab von Carl Hagenbeck (der Gründer des Tierparks) und der Familie Laeiz, welche als erste Familie mit ihren Verwandten eine landschaftliche Familiengrabanlage in Besitz nahm. Mit ihrem Grab verdrängte die Familie die Tradition der Steingräber und schuf die uns heute bekannte Grabkultur aus bepflanzten Gräbern. Die Gräber werden mit 700 Schöpfbrunnen und einer 120 Kilometer langen Wasserleitung mit Wasser versorgt. Aber auch für wichtige Frauen der Hamburger Geschichte wurde ein Gräberfeld, auch „Garten der Frauen“ genannt, im Cordesteil angelegt. Für Juden ist ein Friedhof in direkter Nachbarschaft auf einem etwa zehn Hektar großen Platz im Jahr 1883 geschaffen worden. Auf dem Friedhof sind massenweise Gräber von Kriegsopfern, Soldaten und Gewaltherrschaftsopfern zu finden. Es gibt Gedenkstätten für die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und der Sturmflutopfer von 1962. Zudem wurde für die Eltern totgeborener Kinder ein Gedenkplatz aus weißem Marmor geschaffen, dieser wurde im Oktober 2012 von Unbekannten teilweise zerstört.

Es ist egal, wie wir den Tod wahrnehmen und wie Angehörige damit umgehen. Welchen Weg sie nach dem Tod gehen, werden wir vermutlich nie erfahren, aber eins ist sicher: Wir werden sie nie ganz vergessen.

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57 Kommentare

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