[onefourth type="joint" height="75"]Übersicht der Interviews mit allen Kandidaten zur Wahl 2012[/onefourth] [threefourths_last type="joint" height="75"]

Interview mit Traudchen Perrefort
Interview mit Meike Oltmanns-Hase
Ole Bues

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Urte Steinberg ist die einzige Kandiaten, die in der Kindheit die THS besucht hat. Kein Wunder, dass sich auch das Interview mit der von CDU und SPD unterstützten Vorsitzenden der Stiftung der Sparkasse Südholstein um unsere Schule dreht.

Pressident: Frau Steinberg, Sie sind gebürtige Pinnebergerin und Abiturientin dieser Schule. Erkennen Sie das Gebäude von damals noch wieder?

Urte Steinberg: Ja, 1977 habe ich hier mein Abitur gemacht. Im Übrigen war ich seit damals in dieser Schule x-mal aus unterschiedlichsten Anlässen hier: als Mutter zweier Kinder, als Mutter in der Cafeteria, als Elternbeirat, als Mitglied im Ehemaligenverein und aus beruflichen Gründen als Stiftungsgeschäftsführerin. Vieles hat sich verändert, aber die Grundstruktur ist geblieben. Inzwischen sind einige Anbauten sowie eine neue Sporthalle dazu gekommen und die Mensa. Zum Unterrichtskonzept kann ich natürlich nichts sagen. Was mich besonders freut ist, dass vor ein paar Jahren endlich einmal die alten Möbel ausgetauscht worden sind. Das Mobiliar, das wir vor 35 Jahren genutzt haben, gab es, so glaube ich, noch weitere 30 Jahre.

Pressident: Der Anblick des Innenhofs dürfte Sie erschrecken.

Steinberg: Der ist ganz traurig! Wir hatten damals noch eine Sitzpyramide…

Pressident: … bis zum Sommer hatten wir diese auch noch. Jetzt weiß keiner, wo sie ist.

Steinberg: Ganz besonders schlimm finde ich den Anblick der beiden Fensterfronten. Einziger Lichtblick sind die Blumen. Ich glaube, es gibt einen Bundeswettbewerb zum schlechtesten Pausenhof. Vielleicht können Sie sich ja da bewerben.

Pressident: An welcher Baustelle würden Sie als Bürgermeisterin als erstes ansetzen?

Steinberg: Bildung steht für mich ganz oben auf der Liste der Prioritäten. Als erstes müssen die gesundheitsgefährdenden Probleme ausgemerzt werden. Das ist in diesem Fall die Formaldehydbelastung, die ganz verschwinden muss.

Pressident: Bis wann schätzen Sie bekommt man dieses Problem in den Griff?

Steinberg: Ich hoffe sehr, dass dieses Problem im kommenden Frühjahr mit zusätzlichen Haushaltsmitteln behoben ist. Danach muss man sehen, was man Stück für Stück verbessern kann. Natürlich muss man schauen, was die Mittel zulassen, aber für den Bereich Schule sollte es  immer einen Bonus geben.

Urte Steinberg Bürgermeisterin Wahl 2012

Urte Steinberg (immer noch gerne auf dem Schulhof von “damals”), “Wir hatten noch eine Sitzpyramide…”

Pressident: Zum Wahlkampf: Wie kam es dazu, dass CDU und SPD Ihnen ihre Unterstützung zusagten?

Steinberg: Die Parteien haben miteinander gesprochen und mich danach beide angerufen. Daraufhin habe ich es mir überlegt und dann zugesagt.

Pressident: Haben Sie die Unterstützung der kleineren Parteien unterschätzt?

Steinberg: Die GAL hat sich, soweit ich weiß, mehrere Kandidaten angehört und sich schließlich für ein Mitglied ihrer Partei entschieden. Ich bin außerdem auf die FDP zugegangen. Ebenso werde ich mich noch bei den Bürgernahen vorstellen.

Pressident: Was ergeben sich für Sie für Vorteile durch die Rückendeckung zweier großer Parteien?

Steinberg: Beide Parteien unterstützen mich sehr. Wir haben ein Wahlkampfteam von 14 Personen gebildet. Alle sind sehr aktiv und mit viel Herzblut dabei. Mir gefällt besonders, dass alle an einem Strang ziehen, denn das ist ein Novum und gleichzeitig ein großes Signal für Pinneberg.

Pressident: Seit wann verstehen sich CDU und SPD denn so gut?

Steinberg: Das müssen sie beide Parteien selbst fragen. Das hier ist eine freiwillige Koalition. Ich bin parteilos und das ist mir auch sehr wichtig. Ich freue ich mich sehr, dass CDU und SPD geschlossen hinter mir stehen.

Pressident: Auf welche Weise wollen Sie den Bürger zu Ihrem Wähler machen?

Steinberg: Als gebürtige Pinnebergerin und über meinen Beruf kenne ich viele Bürgerinnen und Bürger Pinnebergs. Die Vorstellungsrunden der Kandidaten geben Bürgerinnen und Bürgern, die mich bisher nicht kannten, Gelegenheit mich persönlich, meine Motivation und meine Ziele kennen zu lernen. Außerdem bin ich unterwegs und besuche Firmen, Vereine und Verbände. Zudem fange ich jetzt, nachdem mein gebrochener Zeh geheilt ist, an, Hausbesuche zu machen, um zu horchen, wo der „Schuh“ drückt. An den verbleibenden Tagen bis zur Wahl werde ich an den Markttagen sowie samstags auf dem Lindenplatz das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern suchen.

Pressident: Das zeigt, dass Ihnen das Persönliche als sehr wichtig erscheint. Kümmern sich um andere Bereiche wie Flyer, Homepage usw. oder andere aus dem Team?

Steinberg: Das ist eine Gemeinschaftsproduktion. Meine Internetseite wurde kostenlos erstellt und wird kostenlos gepflegt. Die Texte habe ich selbst geschrieben, die Farben und Bilder ausgesucht und …

Pressident: Social Media nutzen Sie aber nicht.

Steinberg: Ich war vorher nicht bei Facebook und habe mich nun auch nicht wegen des Wahlkampfs dafür entschieden, da ich bis zum 1.11.2012 parallel arbeite und nicht gewährleisten kann, auf alles schnell zu reagieren. Somit macht das für mich keinen Sinn. Man kann mich dafür aber über meine Homepage anschreiben. Dort handhabe ich es so, dass ich mir jeden Abend dafür Zeit nehme, auf die eingegangenen E-Mails zu antworten.

Pressident: Wie, wenn nicht über Facebook, wollen Sie denn die Kinder und Jugendlichen mit ins Boot nehmen?

Steinberg: Indem ich erstens Kontakt zum Kinder- und Jugendbeirat habe, alle Jugendzentren besuche und mir ebenso Schulen direkt angucke und mich auch mal in Absprache mit der Schulleitung auf den Pausenhof stelle und horche, was man mir dort zu sagen hat. Denn der persönliche Kontakt ist für mich durch nichts zu ersetzen.

Pressident: Haben Sie schon eine Idee, wie Sie als Bürgermeisterin die Stadt für Kinder und Jugendliche attraktiver gestalten werden?

Steinberg: Ich möchte eine Onlineumfrage in die Wege leiten, um zu erfahren, was sich die jüngere Generation wünscht. Ich bin dafür da, Impulse zu setzen und Dinge mit den politischen Gremien und der Verwaltung umzusetzen. Mein Ziel ist es, den Jugendlichen selbst stärker Verantwortung zu übertragen und sie in Projekte einzubinden. Als 54-jährige Mutter erwachsener Kinder weiß ich um viele Themen. Es ist aber immer noch etwas anderes, was sich 12- bis 18-Jährige heute wünschen.

Pressident: Sind junge Leute vielleicht gar nicht mehr politikinteressiert?

Steinberg: Ich glaube, dass jeder Lust hat mitzugestalten, wenn er gefragt wird. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Politik für Jugendliche wieder interessanter wird.

Pressident: Warum liegt dann der Altersdurchschnitt auf den Wahlveranstaltungen jenseits der 50, zumindest gefühlt?

Steinberg (lacht): Das ist nicht nur gefühlt so, sondern auch optisch ! Das hängt meiner Meinung nach mit der Gewohnheit der Älteren zusammen, das direkte Gespräch zu suchen, während die jüngere Generation sich eher über Medien informiert.

Pressident: Wer der Konkurrenten hätte Ihrer Meinung nach, wenn man von Ihnen selbst absähe, die größten Chancen?

Steinberg: Ich respektiere jeden für seine Entscheidung, sich dieser Herausforderung zu stellen, konzentriere mich aber sonst auf meine eigenen Stärken und bitte um Verständnis, mich über die anderen Kandidaten nicht äußern zu wollen.

Pressident: Welche drei Themen sind Ihnen am wichtigsten?

Steinberg: Für Pinneberg ganz allgemein: Die Regulierung der Finanzlage, der Bau der Westumgehung und die Innenstadtentwicklung. Für Kinder und Jugendliche: Attraktive Kitas und Schulen, denn Bildung soll Spaß machen!

Pressident: Was sind die ersten, wichtigsten Schritte, um den wachsenden Schuldenberg Pinnebergs einzudämmen?

Steinberg: Wir müssen auf die Eröffnungsbilanz und die Bilanzen der kommenden Jahre schauen, uns an ihnen orientieren und geeignete Maßnahmen entwickeln. Nur auf dieser Basis können sachdienlich weitere Ideen erarbeitet werden. Zur Zeit ist es das Bestreben der Stadt, unter den Rettungsschirm zu schlüpfen. Ein Sparkatalog mit vielen Maßnahmen, häufig Gebühren auf allen Ebenen, wurde erstellt, damit die Stadt Pinneberg eine Finanzspritze vom Land erhält. Aktuell hat die Stadt ein strukturelles Defizit von rund 7,6 Millionen Euro. Jeder sollte gucken, wo gespart werden kann, damit wir in den nächsten Jahren Pinneberg fit für die Zukunft machen. Nach vorne schauen ist das Ziel. Nachfolgende Generationen dürfen wir nicht mehr so belasten.

Pressident: Wo sehen Sie mögliche neue Einnahmequellen?

Steinberg: In der Gewerbesteuer und neue Arbeitsplätzen durch neue Betriebe. Deshalb finde ich die Westumgehung auch so wichtig, da sie Gebiete wie die Müssentwiete und den Ossenpadd einbezieht, in denen sich Gewerbe ansiedeln ließe. Es wäre schön, wenn noch mehr Menschen in Pinneberg wohnen und arbeiten könnten und dadurch auch die Stadt durch Gewerbe und Einkommenssteuern profitiert.

Zu den Interviews mit den anderen Kandidaten

Pressident: Wie gehen Sie die Innenstadtentwicklung an?

Steinberg: Ich möchte, dass sich die Vielfalt der Geschäfte wieder erhöht und die Stadt wieder lebendiger wird. Die Innenstadt hat einen Leerstandanteil der Geschäfte von ca. 20%. Das Stadtmarketing ist gegründet worden, ein wichtiger Schritt. Ich möchte einen Runden Tisch initiieren, an dem man gemeinsam an einer Verbesserung arbeitet. Außerdem stelle ich mir vor, Künstler zu kontaktieren, um in leerstehenden Flächen etwas Kulturelles darzubieten. Auch Schulen könnten Projekte präsentieren. Voraussetzung ist natürlich die Absprache mit den Eigentümern der Immobilien.

Pressident: Auch dem Gebiet der Eggerstedt-Kaserne wünscht man schon lange wesentlich mehr Lebendigkeit. Was planen Sie dort für Angebote?

Steinberg: Das Gelände soll nach einem Investorenmodell verändert werden, bei dem die Stadt die Planung in der Hand behält. Meine Vision ist es, dass dort Wohnen, Dienstleistungsgewerbe und Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten mit Sportanlagen stattfinden können. Besonders wünsche ich mir persönlich eine eigene Fachhochschule für Pinneberg. Wir haben zwar bereits die AKAD, eine Ergänzung halte ich für sehr sinnvoll.

Pressident: In welchem Zeitraum wird auch endlich sichtbar etwas begonnen werden?

Steinberg: In einer festgesetzten Frist, die demnächst beginnen wird, müssen zunächst Investoren gefunden werden. Ich weiß, dass bereits zwei Interesse bekundet haben. Das ist für mich ein Zeichen dafür, dass es „übermorgen“, was auch immer das bedeutet, losgehen kann. Ich freue mich, dass nach zehn verstrichenen Jahren, in denen die Kaserne nun geschlossen ist, endlich etwas passiert.

Pressident: Was läuft in Pinneberg gut, woran würden Sie anknüpfen?

Steinberg: Ich schätze die vielseitigen ehrenamtlichen Tätigkeiten in Pinneberg. Vor allem im sportlichen, sozialen und  kulturellen Bereich werden viele Dinge und Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Im Bereich der Jugend haben wir eher noch Nachholbedarf. Auch hier gibt es große Events wie zum Beispiel „Wake up PI“, aber ich glaube, da kann man noch mehr organisieren. Ganz allgemein ist es also meine Absicht, das Ehrenamt zu stärken. Auch, indem man bestehendes Ehrenamt würdigt.

Pressident: Zum Abschluss: Sie arbeiten bisher bei der Sparkasse Südholstein und engagieren sich in unterschiedlichsten Institutionen Pinnebergs. Welche Absprache haben Sie im Falle eines Wahlsiegs bzw. einer Wahlniederlage getroffen?

Steinberg: Ich arbeite seit 35 Jahren bei der Sparkasse Südholstein. Es gibt noch keine abschließende Vereinbarung.

Pressident: Frau Steinberg, wir danken für das Gespräch und wünschen alles Gute für den Wahlkampf.

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Interview mit Traudchen Perrefort
Interview mit Meike Oltmanns-Hase
Ole Bues

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Ein Kommentar

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