Foto: Marcel Graff, Daniel Brüggert (Pressident), Urte Steinberg

Erstes Gebäude der Bildungslandschaft auf dem Kasernengelände eingeweiht – Pressident war exklusiv dabei!

2013 berichteten wir über die Planung zum Bau der Kindertagesstätte von WABE e.V. auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne Eggerstedt. Nun fand am Mittwoch, den 25. März, die offizielle Eröffnungsfeier statt. Dabei erfuhr der Pressident im Rahmen einer Tour nicht nur einiges über die Angebote und Beschäftigungsmöglichkeiten der Kita, sondern erhielt in einem Gespräch mit der Bürgermeisterin Pinnebergs, Urte Steinberg und mit dem geschäftsführenden Vorstand von WABE e.V., Marcel Graff, Einblicke in Planung und Finanzierung, sowie in das Konzept der “Offenen Pädagogik” und einen Ausblick auf weitere Bauvorhaben auf dem Gelände.

Die KiTa von außen.

Die KiTa von außen.

Bereits am 2. Januar 2015 öffnete die Kindertagesstätte ihre Pforten für neun Kinder. Mittlerweile ist die Zahl auf 35 angewachsen. In Zukunft werden jedoch noch weit mehr Kinder erwartet. Die Kindertagesstätte verfügt über eine Kapazität von 100 Plätzen (60 Elementarplätze und 40 Krippenplätze) auf einer Fläche von 1000m². Das Außengelände wartet mit einem großflächigen Spielplatz, doch die wohl bemerkenswertesten und interessantesten Orte für die Kinder finden sich im Inneren des Gebäudes: Eine Hochebene in Form einer Ritterburg samt Bällebad, Nassbereich mit Kneipbecken, Ateliers, ein komplett ausgestatteter Bewegungsraum für die Kinder, zwei Bibliotheksräume und sogar eine kleine Werkstatt. Binnen zwei Monaten wird die KiTa vermutlich vollständig fertiggestellt sein, samt Rasenfläche auf dem Außengelände. Die oben beschriebene Räumlichken stellen einen wichtigen Bestandteil der “Offenen Pädagogik” dar, die in allen WABE-Einrichtungen umgesetzt und auch gelebt wird. Nicht umsonst wird vom Raum als “Drittem Erzieher” gesprochen. Dieses Konzept sieht Kinder in der Rolle des aktiven Gestalters und als Akteure ihrer eigenen Entwicklung. Durch eine achtsame und geschulte Beobachtung der Kinder entsteht ein planvolles und pädagogisch bewusstes Handeln. Hierzu sind besonders geschulte pädagogische Fachkräfte notwendig, die sich in unterschiedlichen Bildungsbereichen als “Experten” sowie Lernbereiter und Impulsgeber der Kita-Kinder verstehen. Durch ein gewollt hohes Maß an Partizipation im Alltagsgeschehen entstehen dabei Lern- und Erfahrungsräume, die die Kinder dabei optimal unterstützen, sich zu  selbständigen und verantwortungsbewussten Persönlichlkeiten zu entwickeln.

Nassbereich

Nassbereich

Die Leitung dieser neuen Kita ist Herrn de Sousa anvertraut, welcher ebenfalls an der Eröffnungsfeier teilnahm.
Neben ihm, Frau Steinberg und Herrn Graff fanden sich dort weitere Mitarbeiter von WABE e.V., Mitglieder der Presse, sowie zahlreiche Kinder, welche die KiTa besuchen, mitsamt ihren Eltern. Zum Beginn der Feier verlieh Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg ihrer Freude über die Eröffnung der Kindertagesstätte mit einer Rede Ausdruck. Ihr folgten weitere Dankesreden und eine Führung durch das Gebäude der Kindertagesstätte. Die Eröffnungsfeier wurde neben den Reden auch von einer kleinen Vorführung der Kinder und von einem Trommelangebot abgerundet. Neben diesen Unterhaltungseinlagen wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt.
Die Kindertagesstätte ist das erste von mehreren Bauvorhaben, welche später die „Parkstadt Eggerstedt“ bilden werden. Die Kosten des Baus dieser KiTa sind, durch die Erschließung des alten Bundeswehr-Geländes, etwas höher als prognostiziert: Rund 4 Mio. Euro beträgt das Investitionsvolumen des Gebäudes von WABE e.V.. Hinzu kamen Fördermittel des Landes Schleswig-Holstein („U3-Ausbau“: 792.530 Euro) und je 357.980 Euro von der Stadt und vom Kreis Pinneberg. Ursprünglich wurde ein Kostenpunkt von unter 4 Mio. angepeilt.
„Diese Kindertagestätte ist für mich der Startschuss für die Parkstadt Eggerstedt. Später wird man hier wohnen und die Kinder können dann hier lernen und aufwachsen, von der Geburt an bis zum Erwachsenenalter. Auch Gewerbe wird hier entstehen. Mit anderen Worten: Ein bunter Mix. Und die Kinder sind nun die ersten, die hier in die Parkstadt einziehen, was mich sehr freut.“, erzählte uns Bürgermeisterin Urte Steinberg.
Neben Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und Stadtvillen wird dort auch ein Luxushotel geplant. Für WABE e.V. ist der nächste große Schritt der Bau der Privatschule samt Sporthalle. Diese Schule wird etwas nordöstlich von der KiTa errichtet werden.

Hochebene

Hochebene

„Wir haben bereits einen Masterplan für den Ablauf dieses Bauvorhabens erstellt. Über diesen und über die verschiedenen Vorschläge gilt es nun abzustimmen. Denn wir müssen sehen, welche von unseren bereits existierenden Vorschlägen und Ideen umsetzbar sind und dabei auch die Kosten nicht außer Acht lassen. Geplant ist, dass bereits im September 2016 die ersten Schüler aufgenommen werden“, so der geschäftsführende Vorstand Herr Graff. Zunächst würde mit einer Zahl von etwa 60 Schülern begonnen werden. Darauf solle dann sukzessiv aufgebaut werden. Der Bau wird wohl, je nachdem, wie lange es dauert bis die Baugenehmigung vorliegt, voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres beginnen. Durch den geplanten sukzessiven Anstieg der Schülerzahlen soll die Schule so gebaut werden, dass sie ebenfalls nicht sofort ihre volle Größe erreicht. Herr Graff gab an, dass derzeit drei Varianten für dieses Bauvorhaben existieren würden, zwischen denen man nun wählen könne. Diese Privatschule soll dreizügig sein. Zunächst soll die Grundschule, also bis Klasse vier, eröffnet werden, 2020 folgt die Sekundarstufe 1, wenn die vier Jahre Grundschulzeit für die ersten Schüler beendet sind. Für den Bau von Schule und Sporthalle mit eigenem Blockheizkraftwerk werden rund 25 Mio. Euro eingeplant.
Ein weiteres Bauvorhaben von WABE e.V., eine Akademie für die Aus- und Fortbildung von Erziehern, soll parallel zu dem Bau der Schule ablaufen. Zusammen werden diese Gebäude die neue und moderne Bildungslandschaft der „Parkstadt Eggerstedt“ bilden.

Ein Kommentar

  1. Gut beschrieben!

    Was noch erwähnt werden könnte ist, dass es in dem offenen Konzept Kinder schwerer fallen kann soziale Bindungen aufzubauen. Das ist so ähnlich wie das alte offene Kurssystem verglichen mit aktuellen Profil-Klassenverband. Und in der KiTa ist das mit den unter 6-jährigen noch viel extremer, weil die noch stärker in ihrem Sozialverhalten beobachtet und gefördert werden sollten. Da kann unter 100 “offenen Kindern” eher mal ein Kind sich unbemerkt unwohl fühlen als in einer Gruppe von 20 mit fest zugeordneten ErzieherInnen.

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